
Der Revolutionär
Veit Zöller
Veit Zöller (*1797) war der erste pfälzische Revolutionär, der nach dem Einmarsch der preußischen Truppen in Bexbach am 13. Juni 1849 festgenommen wurde. Er hatte zuvor für die Gründung von Volksvereinen geworben, Waffen und Steuergelder in Waldmohr und Bexbach konfisziert. Nach zwei Jahren Untersuchungshaft floh Zöller ins Elsass, stellte sich aber bald und wurde freigesprochen.
(Sammlung Siebenpfeiffer-Stiftung)

Veit Zöllers „Verzeichnis“
Als erster Häftling im Zweibrücker „Verwahrungshaus“ führte der Gerichtsbote akribisch Buch über die nach ihm eingelieferten Häftlinge bis zum 13. April 1849. 209 Namen umfaßt sein „Verzeichnis der wegen Hochverraths in dem Verwahrungs-Hause zu Zweibrücken verwahrten Personen“, eine Liste, die interessante Einblicke über die Herkunft und den Beruf jener „Revolutionäre“ gibt, derer die Strafverfolger habhaft werden konnten.
(Stadtarchiv Zweibrücken)

Das Verhalten der
Justiz nach der
pfälzischen Revolution
Nach der Revolution wurden in der Pfalz Untersuchungen gegen 1364 Personen eingeleitet. Eingestellt wurden davon etwa die Hälfte, etwa 130 Todesurteile wurden ausgesprochen, allerdings ausschließlich in Abwesenheit der Angeklagten. Im Gegensatz zu Baden, wo es zu zahlreichen standrechtlichen Erschießungen kam, wurde in der Pfalz kein einziges vollzogen, im Gegenteil. Wagte es ein zum Tode Verurteilter, sich den Strafverfolgern zu stellen, wurde er in den weitaus meisten Fällen nach kurzer Zeit auf freien Fuß gesetzt. Selbst Haftstrafen fielen meist sehr kurz aus.
(Sammlung Siebenpfeiffer-Stiftung (Gefängnisszene))